Peterskirche Heidelberg > 2012 — „Freunde, wohin seid ihr verweht?“ — Werke von Otto Pankok und Ceija Stojka

2012 — „Freunde, wohin seid ihr verweht?“ — Werke von Otto Pankok und Ceija Stojka

„Freunde, wohin seid ihr verweht?“

Künstlerische Dokumente des Holocaust der Sinti und Roma

Ausstellung in der Peterskirche 9. Juni bis 15. Juli 2012

 

Die Ausstellung zeigt erst­ma­lig eine gemein­same Werkschau des bedeu­ten­den und von den Nationalsozialisten ver­fem­ten deut­schen Künstlers Otto Pankok und der Auschwitz-Überlebenden Ceija Stojka. Beide doku­men­tie­ren den Holocaust auf unter­schied­li­che Weise.

Ceija Stoijka, Ohne Titel, 2009

Otto Pankok (1893–1966) wurde zum Chronisten der Verfolgung der Düsseldorfer Sinti, deren Leben er in den Jahren 1932 bis 1934 beglei­tete. Seine Modelle dieser Zeit wurden fast alle ermor­det, so dass die Porträts zumeist die ein­zi­gen Abbilder dieser Menschen sind. Es sind ein­fühl­same, indi­vi­du­elle Bilder zwi­schen Realismus und Expressionismus, die nicht den auf­ge­setz­ten Klischees folgen.

Ceija Stojka (geboren 1933) begann in der 1980er Jahren, ihre noch unver­ar­bei­te­ten trau­ma­ti­schen Erfahrungen in lite­ra­ri­scher und künst­le­ri­scher Weise zu bannen. Die Ausstellung zeigt Werke ihres noch unvoll­en­de­ten Zyklus »Auch der Tod hat Angst vor Auschwitz«. Die Bilder geben dem unaus­sprech­li­chen Leid eine bild­li­che Form und künst­le­ri­schen Ausdruck aus der Perspektive einer Augenzeugin. Ceija Stojka ist eine der wenigen Über­le­ben­den einer großen öster­rei­chi­schen Roma-Familie.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Galerie Kai Dikhas Berlin, der ersten Galerie für zeit­ge­nös­si­sche Kunst der Sinti und Roma, mit dem Theater Heidelberg, dem Dokumentations– und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und der Evangelischen Peterskirche. Sie steht im Zusammenhang mit dem Theaterstück »Einigkeit und…«, einem Auftragswerk des Theaters Heidelberg von Dirk Laucke, einem Rechercheprojekt zur heu­ti­gen Situation der Sinti und Roma, das am 16. Juni im Zwinger1 urauf­ge­führt wird.

Die Eröffnungsrede von Pfarrer Dr. Hans-Georg Ulrichs finden Sie hier.

 


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