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Im Gebet verbunden: Geistliche Impulse in Corona-Zeiten

frei­ste­hen­des Kreuz im Chorraum (2005)

Da gemein­same öffent­li­che Gottesdienste derzeit nicht möglich sind, lädt die Kirche in unter­schied­li­chen Medien und Formaten zur Verbundenheit und zum Gebet.

Aus der Heidelberger Universitätsgemeinde bieten wir hier geist­li­che Impulse an zum Nachdenken und Mitbeten.

30. März 2020:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich ver­zeihe, wo man belei­digt;
dass ich ver­binde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht ent­zünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
(Franz von Assisi zugeschrieben) 

Gott, in dieser Zeit, in der wir weniger als sonst Menschen außer­halb der Familie und engsten Angehörigen begeg­nen können und uns die Hände stärker als sonst gebun­den schei­nen, in deiner Schöpfung tätig zu werden, müssen wir dich umso mehr im Kleinen finden. Im trös­ten­den Wort für ein Familienmitglied, im Lied, das man gemein­sam musi­ziert, in dem Anruf eines Freundes aus weiter Ferne oder einer lang ver­ges­se­nen Freundin. Lass uns viel­fäl­tige Wege sehen, wie wir uns als Tröster und Lichtbringer zeigen können, öffne uns die Augen für die kleinen Dinge, die den Frühling in unsere Häuser, Wohnungen und in unsere Gemeinschaft tragen. Schenke uns das Vertrauen und die Kraft, Werkzeuge deines Friedens zu sein. Amen.

29. März 2020, Sonntag Judika:

Zum Sonntag grüßen wir mit einer Videobotschaft aus der Peterskirche: Der Herr ist mein Hirte…

28. März 2020:

Wir beten mit Israel voll Vertrauen:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum fri­schen Wasser.
Er erqui­cket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wan­derte im fins­tern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du berei­test vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schen­kest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Haus des Herrn immer­dar.
(Psalm 23)

27. März 2020:

„Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich…“ (Ps 56,4)

Die Bilder, die ich jeden Tag in den Nachrichten sehe, ent­set­zen mich. Die Zahlen und Hochrechnungen, die ich jeden Tag in den Zeitungen lese, machen mir Angst. Ich mache mir Sorgen um Menschen, die mir nahe­ste­hen, und frage mich, was noch alles auf uns zukommt.
Gott, hilf mir in diesen schwe­ren Tagen auf dich zu hoffen. Lass mich nicht in meiner Furcht ver­sin­ken, sondern erin­nere mich an deine Gegenwart. Gott, lass mich auf dich hoffen, auch wenn mir die Zuversicht gerade nicht leicht fällt. Bleib bei mir und stärke mich, so dass ich sagen kann: Auch und gerade wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich. Amen.


26. März 2020:

Wir beten mit Israel zu dem Einen Gott:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels
schläft und schlum­mert nicht.
Der HERR behütet dich;
der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.
Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!
(Ps 121)

25. März 2020:

„Alle eure Sorge werft auf IHN, denn er sorgt für euch.“ (1 Petr 5,7)

In diesen Tagen machen sich viele Menschen Sorgen: um ihre Gesundheit und die ihrer Angehörigen und Freunde, um ihren Arbeitsplatz und ihr finan­zi­el­les Auskommen. Diese Sorgen sind ver­ständ­lich und berech­tigt. Und Gott kennt unsere Not. Ihm kann ich meine Sorgen anver­trauen.
Herr, mache uns gewiss, dass wir bei der Bewältigung der gegen­wär­ti­gen Krise nicht allein auf uns selbst gestellt sind, sondern uns darauf ver­las­sen können, dass du dich unserer Nöte und Sorgen annimmst. Lass uns aus dieser Gewissheit die Kraft wachsen, in unserem Alltag das Nötige zu tun oder auch zu lassen und uns gegen­sei­tig zu unter­stüt­zen. Amen.


24. März 2020:

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben…“ (Mk 9,24)

Gott, in tiefs­ter Not ruft da ein wegen seines kranken Sohnes ver­zwei­fel­ter Vater dich an. Und ihm wird von Stund‘ an gehol­fen!
Heute wende ich mich an dich so wie er. Ich fühle mich ohn­mäch­tig bei all dem welt­wei­ten Leid, dem Leid in unserem Land und dem viel­leicht noch viel grö­ße­ren, das uns bevor­steht. Ich möchte glauben wie jener ver­zwei­felte Vater! Hilf meinem Unglauben, nimm mir die Furcht. Ich möchte nicht in eine Depression ver­fal­len, sondern deinen Zuspruch wei­ter­ge­ben. Mit Ernst und auch mit einem Lächeln.  Schenke mir und allen medi­zi­nisch und poli­tisch Verantwortlichen Zuversicht, Gelassenheit und kluges Handeln.
Gott, ich möchte mich auf dich ver­las­sen, dann fühle ich mich beschützt. Erhalte mir Zuversicht und Humor trotz aller Schreckensmeldungen, die immer näher rücken. Amen.


23. März 2020:

„Ich bin gewiss …“ (Röm 8,38f)

Herr, danke, dass ich im Gebet zu dir kommen kann. Danke, dass du hörst und hilfst.
Viele Fragen beschäf­ti­gen mich: Wie lange wird diese Ausnahmesituation dauern? Bleiben meine Lieben gesund? Bleibe ich gesund? Du siehst meine Ratlosigkeit und Ungewissheit…
Danke, dass du mich darin nicht alleine lässt, sondern mir nahe kommst. Danke, dass deine Gegenwart tröstet, Gemeinschaft stiftet und froh macht.
Danke, dass ich zuver­sicht­lich beten kann: »Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgend­eine andere Kreatur, weder Krankheit noch Isolation mich trennen kann von deiner Liebe in Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.«

22. März 2020, Sonntag Lätare:

Am Sonntag Lätare steht inmit­ten der Passionszeit bereits die Freude im Mittelpunkt, Freude in bedräng­ter Zeit.
An diesem Tag denken wir auch an Rudolf Bohren, den bedeu­ten­den Predigtlehrer, der vor 100 Jahren geboren wurde. Das Symposium zu seinen Ehren musste abge­sagt werden, aber die unge­hal­tene Predigt von Christian Möller kann man hier lesen — eine Trost– und Trotzpredigt!

21. März 2020:

„Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft voll­en­det sich in der Schwachheit.“ (2 Kor 12,9)

Herr, ich sehe die mensch­li­che Schwäche, Unsicherheit und Machtlosigkeit; meine eigene und die unserer ganzen Gesellschaft. Wir sind in der Krise.
Herr, ich ver­traue auf deine Kraft. Ich ver­traue darauf, dass du Mittel und Wege findest, uns nahe zu kommen. Deine Gnade lässt sich nicht iso­lie­ren, nicht unter Quarantäne stellen. Du wirkst auch in der Krise.
Herr, hilf mir, genüg­sam zu werden. Hilf mir, trotz aller Einschränkungen zu sehen, wie gnädig du bist: Du lässt mich nicht allein, du bist da. Amen.

20. März 2020:

„Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“ (2 Kor 12,10)

Herr, erbarme dich — Christus, erbarme dich — Herr, erbarme dich

Christus, komm und segne uns.

19. März 2020:

„Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte gewinnt.“ (Spr 16,32)

Gott, es fällt mir schwer, auf das zu ver­zich­ten, was mir eigent­lich gut tut: Freunde und Familie zu treffen, den Frühling im Lieblingscafé zu genie­ßen, in die Kirche zu gehen, unter­wegs zu sein. 
Und trotz­dem weiß ich, dass der Verzicht darauf nötig ist, um uns alle zu schüt­zen.
Gott, hilf mir in meiner Selbstbeherrschung, um andere und mich nicht zu gefähr­den. 
Gib mir Geduld in diesen Tagen, in denen ich ver­un­si­chert bin und mich oft einsam fühle. Lass mich andere Wege finden, um mein Bedürfnis nach Nähe zu stillen, auch wenn ich die Menschen, die mir wichtig sind, nicht sehen kann.
Gott, ich ver­traue darauf, dass du uns auch in dieser Zeit nahe bist.
Amen.

18. März 2020:

„Seid fröh­lich in Hoffnung, gedul­dig in Trübsal, beharr­lich im Gebet.“ (Röm 12,12)

Gott, die Fröhlichkeit kommt uns abhan­den,
Geduld ist schwer, Beharrlichkeit auch.
Jesus Christus, Menschenbruder, sei bei uns in schwe­ren Zeiten.
Heiliger Geist, erfülle uns neu mit Leben und Zuversicht.
Du, Heiliger — Vater, Sohn und Geist — bist unser Gott und wir sind dein. Amen.


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