
Die Peterskirche ist die älteste Kirche Heidelbergs und sogar noch vor der wahrscheinlich 1220 oder etwas früher erfolgten Stadtgründung erbaut worden: 1196 ist St. Peter aus einer Urkunde erschließbar, die gleichzeitig die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Heidelberg darstellt. Von dem spätromanischen Kirchenbau sind jedoch kaum Überreste erhalten. 1396, 1496 und 1896 sind weitere wichtige Daten der Geschichte der Peterskirche.
1396 starb der Gründungsrektor der Universität, Marsilius von Inghen (1340–1396); er wurde in der Peterskirche, wahrscheinlich in der Nähe des damaligen Hochaltars im Chorraum bestattet — seit 2011, zum 625. Jubiläum der Universität, erinnert eine Gedenkplatte an ihn.
In den heutigen Ausmaßen entspricht die Kirche in etwa den spätgotischen Erweiterungen und Neubauten, die im März 1485 unter Kanzler Alexander Bellendörfer begannen und 1496 abgeschlossen wurden. Sein Grabmal ist auch das älteste im Kircheninnern (in der Gebetskapelle) erhaltene.
Insgesamt sind 90 Epitaphien im Innenraum der Kirche und weitere 66 an den Außenwänden zu sehen. Zahlreiche Grabmäler des Adels, der Hofbeamten und der Universitätsangehörigen sind erhalten.
Im 19. Jahrhundert wurde die Peterskirche, nachdem sie zwischenzeitlich einer, von den Romantikern allerdings geliebten, von Efeu überwucherten Ruine gleichkam, in Stil der Neogotik neu aufgebaut. Dem entspricht noch der heutige Innenraum.
Zwar war die Peterskirche von Anfang an mit der Universität verbunden (1400–1554 übte diese das Patronatsrecht aus), jedoch wurde sie erst ab 1838 für regelmäßige Seminargottesdienste genutzt. Seit 1896 ist sie Universitätskirche. Auch heute werden in ihr an den Sonn- und Feiertagen evangelische und manchmal auch ökumenische Universitätsgottesdienste gefeiert.
Zahlreiche Konzerte, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen finden hier regelmäßig statt.
Das Kirchengebäude gehört heute der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau.
Seit der großen Innenrenovierung (2004/2005) und dem Einbau von modernen Kirchenfenstern von Johannes Schreiter (2006, 2010–2012), ist die Kirche ein heller, offener und künstlerisch gestalteter Raum, der zu eigenen Erkundungen einlädt.
