Bewegte Geschichte

  
 
Die Peterskirche ist die älteste Kirche in Heidelberg.
Einen ersten Überblick über die Geschichte bietet die fol­gen­de Zeittafel.
 
1156:
  • Konrad von Hohenstaufen ver­ei­nigt salisch-stau­fi­sche Besitztümer bei­der­seits des Rheines

1196:
  • Erste urkund­li­che Erwähnung Heidelbergs
  • Hinweis auf Leutpriester Konrad an St. Peter
  • St. Peter, Heidelberg war Filialkirche der Peterskirche des selb­stän­di­gen Dorfes Bergheim (seit 1392 zu Heidelberg gehörig)

1239:
  • Heiliggeist wird Filialkirche von St. Peter

1386:
  • Gründung der Universität durch Kurfürst Ruprecht I.
  • Heiliggeist wird Kollegiatsstift und Grablege

1392:
  • Stadterweiterung Richtung Bergheim
  • St. Peter liegt wei­ter­hin außer­halb der Stadtmauern
  • Erweiterung des Friedhofs

1396:
  • Beisetzung des ersten Universitätsrektors, Marsilius von Inghen, in St. Peter (seit 2011 erin­nert eine Gedenkplatte in der Universitätskapelle an ihn)
 
1400:
  • Patronatsrecht der Kirche geht an die Universität, St. Peter bleibt aber Parochialkirche
 
1485–96:
  • Bau der spät­go­ti­schen Peterskirche durch Kanzler Alexander Bellendörfer
  • Finanzierung durch „Geldbuße“ der Studenten
  • Alt“ sind Umfassungsmauern von Chor und Langhaus, Turmstumpf, jünger sind die Kapellen
  • Wappen in der Turmhalle
  • Grabmal der Olympia Fulvia Morata
  • Grabmal des Alexander Bellendörfer als ein­zi­ges erhal­te­nes goti­sches
  • Schlichter Bautyp

1554:
  • Rückgabe des Patronats an Kurfürst Friedrich II.
  • Universitätskapelle bleibt

1556:
  • Einführung der Reformation unter Kurfürst Ottheinrich

1563:
  • Etablierung des Calvinismus — Bildersturm unter Kurfürst Friedrich III.
  • mehrere Konfessionswechsel, jedoch keine räum­li­che Trennung wie in Heiliggeist

1649:
  • Übergabe an die Reformierten
 
1693:
  • Pfälzischer Erbfolgekrieg

Anfang 18. Jahrhundert:
  • Barocker Wiederaufbau unter Johann Jacob Rischer
  • Bau der Westempore
  • Mansarddach
 
1838:
  • Universität hat Peterskirche für Gottesdienste „in sekun­dä­rem Gebrauch“

1863–70:
  • Neogotischer Umbau („Neubau“) unter Ludwig Franck-Marperger
  • Ausbau zur drei­schif­fi­gen Hallenkirche
  • Turmvollendung wie in Freiburg, Esslingen, Köln
  • Satteldach

1869:
  • Chorfenster (Mitte: Jesus, Petrus, Lieblingsjünger; links: Gustav Adolf,Ottheinrich, Spener, Schleiermacher; rechts: Luther, Zwingli, Melanchthon, Calvin)
 
1896:
  • Die Peterskirche wird offi­zi­ell Universitätskirche (Vertrag vom 27. März 1896). Die Geschichte der Universitätsgottesdienste beschreibt der Aufsatz von Prof. Dr. Adolf Martin Ritter, der erst­mals 1996 ver­öf­fent­licht wurde.
 
1902:
  • Monumentalgemälde von Hans Thoma
    (Links: Petrus auf dem Meer; rechts: Christus als Gärtner)

1945:
  • Brand im Turm durch Kurzschluss

1961–63:
  • Rückbau der Neogotik

1984:
  • Klais-Orgel
 
2004–05:
  • auf­wän­di­ge Innenrenovation
  • neue Prinzipalstücke (Kreuz, Altar, Lesepult, Taufstätte, Osterkerzenständer) von Matthias Eder, Leonberg
 
2006:
  • vier Kirchenfenster von Johannes Schreiter, Langen: „Begegnung“, „Vertreibung“, „Auferstehung“ (in der Universitätskapelle), „Frieden“ (in der Gebetskapelle)
  • neue Paramente von Beate Baberske-Krohs, Neuendettelsau
 
2010:
  • Kirchenfenster „Heiliger Geist“ von Johannes Schreiter im Langhaus (Nordfenster neben der Gebetskapelle)
 
2011:
  • Kirchenfenster „Himmlisches Jerusalem“ von Johannes Schreiter im Langhaus (west­li­ches Südfenster neben der Universitätskapelle)
  • Kirchenfenster „Taufe“ von Johannes Schreiter im Langhaus (Nordfenster an der Taufstätte)
  • Gedenkplatte für Marsilius von Inghen, Gründungsrektor der Universität, in der Universitätskapelle
 
2012:
  • Kirchenfenster „Wort“ und „Sakrament“ von Johannes Schreiter im Langhaus (öst­li­che Südfenster neben der Universitätskapelle)
 
2020/21:
  • Die Emporenorgel wird instandgesetzt, erhält einen neuen Spieltisch und ist fortan auch vom Hauptspieltisch der Klais-Orgel spielbar.